Schauspiel: Theaterakademie Mannheim begeistert mit Alice im Wunderland (… Feuerwerk an Ideen)

Schauspiel: Theaterakademie zeigt Lewis Carrolls Klassiker Alice im Felina-Areal

Von Sibylle Dornseiff

„Willst Du, kannst du – kannst du, willst Du.“ So lautet die Mutformel, durch die Alice auf ihrer Reise durch das Wunderland das Rüstzeug erhält, um die heimische Weihnachtsfeier zu überstehen. Noch bevor die richtig begann, wollte sie nämlich lieber im Erdboden versinken, als vor versammelter Familie „O Tannenbaum“ singen zu müssen. Ihr Wunsch geht in Erfüllung, sie landet im Wunderland, versucht vergeblich, dem weißen Kaninchen zu helfen, weint einen Tränensee, in dem Maus und Vogel zu ertrinken drohen, erschreckt Käfer und Fliegen, aber lernt von der Raupe auch etwas über sich selbst. Von nun an schwinden ihre Ängste, wird sie sogar so selbstbewusst, dass sie der Herzkönigin beim um- werfenden Bowlingspiel Paroli bietet und dem Herzbuben den Kopf rettet. Jetzt kann sie getrost in die Realität zurückkehren, in der sie ihrer Familie ein ausgesuchtes Lied präsentiert: „Willst du, kannst du“, das sie von der Ochsenschwanzschildkröte und dem Vogel Greif gelernt hat. Mit einer eigenen Adaption von Lewis Carrolls „Alice im Wunder- land“ geht die Theaterakademie Mannheim in die Weihnachtssaison, will damit Menschen ab fünf Jahren ansprechen. Was durchaus gelingt, denn das Regieteam Silvana Kraka, Patrick Borchardt und Anna Poth zündet im Theater Felina-Areal mit einem spielfreudigen Ensemble ein Feuerwerk an Ideen, um das „Wunderland“-typische zu zeigen. So dienen Schattenrisse dazu, Alice wachsen und schrumpfen, in das Kaninchenhaus kriechen und im Tränensee baden zu lassen. Mit hockergroßen Kisten werden blitzschnell neue Bühnenbilder gezaubert, darüber hinaus helfen Licht, Musik und Tanz (Choreographie: Mario Heinemann Jaillet), um eine Welt darzustellen, in der nichts so ist, wie es scheint.
Neun Akteure aus dem zweiten bis vierten Semester teilen sich 33 Rollen, allein die präsente Laura Kaiser ist als Alice durchgängig besetzt. Aber auch Dennis Dagli, Barbara Krebs Daniel Mann, Johannes Hauser, Ralph Opferkuch, Julia Schmitt, Jana Hoffmann und Justine Kreutzer gelingt es mit sichtlichem Spaß und körperbetontem Spiel, in kurzen Auftritten ihren Menschen und Tieren etwas Charakteristisches mitzugeben. Viel Beifall gab’s dafür im restlos gefüllten Theatersaal.
Quelle: Mannheimer Morgen
Foto: Copyright © Wolfgang Detering

Advertisements