Schauspielstudenten der Theaterakademie Mannheim in Don’t believe the Hype

Besetzung
Künstlerische Leitung Rahmenprogramm und Performances Veit Güssow
Assistenz Rahmenprogramm und Performances Miriam Horwitz
Produktionsleitung Anne Pöhlmann
Assistenz Produktion Caroline Thiemann
Ausstattung Anna-Maria Klein | Berit Schog | Alex Vermeulen
Mit Studierende der Theaterakademie Mannheim

Fotos: Klaus Fröhlich © All rights reserved

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Der Weg ist auch hier das Ziel, und so sorgen Schauspielstudenten der Mannheimer Theaterakademie unter der Leitung von Veit Güssow glänzend dafür, dass einem das bisweilen anstrengende Getrappel nicht langweilig wird. So reihen sich die in Gruppen schwadronierenden Zuschauer auf rotem Teppich in Richtung Stadtteil Bergheim, einem inszenierten Einlass nach Berlins Kultdisco „Berghain“ zu. Passiert man die grimmigen Türsteher jauchzt vom Balkon eine Opernchorsängerin „Hyper, Hyper“. Kein Schritt ohne Performance um Autorenschnellverwertung: Hinter dem Romanischen Seminar tippen Jungautoren in „Autorenburnout 2011“ an Schreibmaschinen, um Texte schnell dem mittigen Feuer anheimzugeben. Autor Robert Woelfl ruht als „Armer Poet 2011“ und Tableau vivant in romantischer Spitzweg-Manier in finsteren Probebühnengängen und an einer Neckarschleuse dürfen Autoren im Stile einer Wetten-dass-Außenwette Gummitiere ins trübe Wasser werfen, in der Hoffnung, dass sie eine im Kran thronende Verlagsmitarbeiterin herausfischt …
Drei Tage, acht Stücke, unzählige Performances und Kilometer, bis zu fünf Routen, gut 24 Stunden Theater. Wie nennt man das? Gelungen, pfiffig, lebendig, engagiert, maßgeschneidert – oder vielleicht auch Hype? Der Plan geht insofern auf, als eine ausgelassene Aufbruchsstimmung herrscht, die der zur Heilsbotschaft ausgerufenen Wiederentdeckungsfreude Auftrieb gibt und beklagtem Verlags-, Feuilleton- und Intendanzgebaren eine Nase dreht. (…)

Wenn man etwas Hype um die Hypevermeidung abzieht, bleibt eine anstrengende, aber überwiegend runde Sache, die Holger Schultze da ins Rollen bringt. Die Vorgabe, ausschließlich Werke von ehemaligen Stückemarktpreisträgern wiederzubeleben, ist dabei ein Willkommenszugeständnis an Heidelberg. Losgelöst von Raum und Zeit lassen sich im Fundus der Literaturarchive sicher noch weitere Neuentdeckungen von vermeintlich Bekanntem machen. Dass Intendanz, Dramaturgie und Ensemble das Potenzial hierfür haben, hat dieser lebendige Auftaktmarathon eindrücklich bewiesen.

nachtkritik.de, Ralf-Carl Langhals, 10.10.2011

Fotos: Klaus Fröhlich © All rights reserved
Quellennachweis: http://www.theaterheidelberg.de/spielplan/produktion/101

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